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St. Galler Tagblatt vom 8. Mai 2009:
«Auktion als Bilderfrühling»
170 Werke aus internationaler und lokaler Kunst gelangen am 8. Mai bei Hans Widmer zur Auktion. Ein Querschnitt durch die Malerei des 20. Jahrhunderts.
Sind Krisenzeiten Bilderzeiten? Eine Antwort wird die Auktion vom 8. Mai im Auktionshaus Hans Widmer geben. Die tiefen Zinsen, die man für sein Geld noch bekommt, könnten Anlass sein, in Bilder zu investieren, zumal sich die Schätz- und Ausrufpreise im Rahmen halten: ein Spitzweg-Idyll wird für 6000 Franken ausgerufen, ein Korsika-Gemälde Liners für 3500, Krüsi für 1400, Babeli Giezendanner für 4000 und die kleinsten Formate Hans Zellers für 1200 Franken.
Die Preise zeigen, dass es nicht unbedingt einen prallen Geldbeutel braucht, um bei einer Auktion mitzuhalten. Bei einigen Ostschweizer Malern liegt der Ausrufpreis einzelner Werke sogar noch tiefer: Theo Glinz 900, Charles Hug 600.
Glanzstücke
Reizvoll bei den Auktionen Hans Widmers ist die Gegenüberstellung von lokaler und internationaler Kunst, von Malern, die lediglich in der Ostschweiz bekannt sind, und andern, die weit über die Grenze hinausstrahlen.
Zu den Glanzpunkten der Auktion gehören drei Werke Gottardo Segantinis, der das malerische Erbe seines Vaters Giovanni weiterführte. Sein «Cresta la sera» (Maloja) wird für 100 000 Franken ausgerufen. In die gleiche vom Bündnerland inspirierte Farbenwelt führt eine Sammlung von Kleinformaten Augusto Giacomettis (600 bis 8000).
Mit dem Bild «Dahlien» ist Ferdinand Gehr mit einem seiner Hauptwerke vertreten (32 000); nebst weiteren Blumenbildern werden auch religiöse Bilder dieses Künstlers versteigert.
Altarbildformat erreicht sein Werk «Erlösung» (20 000).
Zahlreich sind auch die Werke, die aus dem Kreis jener Künstler stammen, die ursprünglich von der Erker-Galerie nach St. Gallen gebracht worden waren, wie etwa Dorazio, Santomaso, Bill, Tàpies, Ionesco, Miró.
Regelmässig mit Werkgruppen sind Carl August und Carl Walter Liner vertreten; reizvoll diesmal die Gegenüberstellung eines abstrakten mit einem gegenständlichen Bild, die beide mit der gleichen Farbpalette gemalt scheinen.
Katalog und Ausstellung
Zu der Auktion ist wiederum ein illustrierter Katalog erschienen, der mit wenig Worten wichtige Zusatzinformationen vermittelt. Zu Dietrichs Distelfinken beispielsweise ein Zitat von Heinrich Ammann: «Adolf Dietrich vermenschlicht die Tiere nie, dies, weil er sie besser kennt und versteht als die Menschen.» Die Bilder lassen sich im Internet betrachten. An fünf Tagen sind sie zudem ausgestellt. Eine Gelegenheit, Werke kennenzulernen, die sonst kaum je öffentlich gezeigt werden.
Copyright © St.Galler Tagblatt, 8. Mai 2009, Josef Osterwalder
Eine Publikation der Tagblatt Medien
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Nr. 16
Gottardo Segantini (1882 - 1974)
«Cresta la sera».
Blick von Maloja zum Piz Corvatsch, 1920
Öl auf Leinwand, unten links signiert und datiert. 105x180 cm
Schätzpreis: CHF 150'000.– /100'000.– |
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