Cuno Amiet (Solothurn 1868 - 1961 Oschwand)

Cuno Amiet wurde am 28. März 1868 in Solothurn als drittes Kind des städtischen Gerichtsschreibers und Archivars geboren. Schon früh regte sich in ihm der Wunsch Künstler zu werden, sein Vater reagierte zunächst skeptisch.

Als Gymnasiast erfuhr Cuno Amiets Talent Schulung durch den Zeichnungslehrer Heinrich Jenny, sowie den Maler Frank Buchser, einen Freund seines Vaters. Nach bestandener Maturität zog es den achtzehnjährigen Cuno Amiet in die Kunstmetropole München, um an der dortigen Kunstakademie zu studieren. Künstler wie Caspar Ritter, Gabriel Häckl, Karl Raupp oder auch Nikolaus Gysin unterrichteten ihn. Die wichtigste Begegnung für Cuno Amiet war jedoch das Zusammentreffen mit Giovanni Giacometti. Die zwei gleichaltrigen Kunststudenten verband von nun an eine lebenslange Freundschaft. Cuno Amiet gehörte in München der Szene junger Schweizer Maler an.

Beeindruckt von französischer Kunst, entschieden sich die Freunde Amiet und Giacometti im Jahr 1888 dazu, ihre Studien in Paris an der „Académie Julian“ fortzusetzen. Sie teilten sich Atelier wie Wohnung. Auch in Paris verkehrten die Freunde häufig im Kreise bekannter Maler. In studienfreien Zeiten besuchten sie gemeinsam ihre Heimatorte Solothurn, beziehungsweise Stampa. Das akademische Studium in Paris stimmte Cuno Amiet zunehmend unzufriedener. Auf Rat des ungarischen Malers Hugo Poll reiste Cuno Amiet aus diesem Grund im Jahr 1892 nach Pont-Aven in die Bretagne. Das kleine Fischerdorf wurde zuvor durch die Anwesenheit Paul Gauguins zum Mekka junger Kunstschaffender. In seinem einjährigen Aufenthalt – der für sein weiteres Schaffen von enormer Wichtigkeit sein sollte - erschloss sich Cuno Amiet den Zugang zum Werk Gauguins, Cézannes und van Goghs. Zusätzlich lernte er den Stil des Pointilismus sowie den Einsatz reiner, kräftiger Farben kennen. Im Jahr 1893 sah sich Cuno Amiet aus finanziellen Gründen gezwungen in die Schweiz zurückzukehren. Er trat eine Stelle als Dekorationsmaler an, und konnte sich so ein eigenes Atelier leisten - zunächst in Solothurn, später in Hellsau. Eine erste Ausstellung in der Basler Kunsthalle brachte ihm viel Kritik ein: Seine Verwendung reiner Farben stiess grösstenteils auf Unverständnis. 

Cuno Amiet lernte die Künstler Ferdinand Hodler und Giovanni Segantini kennen. Beides Begegnungen, die ihn künstlerisch stark prägten. Von Ferdinand Hodler liess er sich zu einer Auseinandersetzung mit dem Jugendstil und symbolistischer Malerei bewegen, Segantini verstärkte noch einmal nachdrücklich sein Interesse am Divisionismus. In Oscar Miller, Papierfabrikant und Kunsttheoretiker aus Biberist, fand Cuno Amiet einen Gönner. Zusammen mit Amiets Freunden blieb dieser über einige Jahre hinweg der wichtigste Käufer seiner Bilder. Im Alter von dreissig Jahren heiratete Cuno Amiet Anna Luder und wurde mit ihr in Hellsau ansässig.

Cuno Amiet ist einer der vielseitigsten und bedeutendsten Maler der Schweiz. Als einziger Schweizer Maler wurde er Mitglied der 1906 gegründeten Künstlervereinigung «Die Brücke». Sein Haus in Oschwand wurde Treffpunkt und Aufenthaltsort für viele befreundete Künstler. Es war eine fruchtbare, künstlerisch ergiebige Zeit, die bis an sein Lebensende 1961 andauerte.

Zeitliche Übersicht:

1868 Geburt von Cuno Amiet, am 28. März

1884 Malunterricht beim Maler Frank Buchser

1895 Tod des Vaters von Cuno Amiet

1898 nimmt er an der 5. Nationalen Kunstausstellung Basel teil. Das Künstlerhaus in Zürich organisiert im April eine kleine Hodler-Giacometti-Amiet-Ausstellung

1900 sind Amiet und Giacometti an der Weltausstellung in Paris präsent. Amiet erhält für sein Gemälde "Richesse du soir" eine Silbermedaille

1901 wurde Alberto Giacometti in Stampa geboren, Cuno Amiet wurde sein Pate.
Amiet sandte drei Gemälde an die Ausstellung der Sezession in Wien und fünf an die VI. Nationale Kunstausstellung in Vevey. Zusammen mit Wilhelm Balmer übernahm Amiet die Dekoration der Fassade des Basler Rathauses anlässlich des 400. Geburtstages des Basler Beitritts zur Eidgenossenschaft. Amiet dekorierte das Café Bavaria in Solothurn mit sechs Sujets und illustrierte die Gedichte von Adolf Frey.
In diesem Jahr begann Amiet auch seine Zusammenarbeit mit Ferdinand Hodler, der ihm neue stilistische und thematische Horizonte eröffnete. Der Symbolismus, die nordischen und deutschen Alten Meister, sowie die Repräsentation der Figur rückten in sein Blickfeld. Hodler und Amiet wollten zusammen die Mauerdekorationen für das Kunstmuseum Solothurn schaffen.

Das Projekt wurde 1902 aufgegeben. In jenem Jahr bereiste Amiet mehrere deutsche Städte, darunter Dresden.
In Genf stellte er zusammen mit seiner Schülerin Frieda Liermann aus, ohne jedoch das gewünschte Echo zu erzielen. Für die erwähnte Ausstellung schuf er sein erstes Plakat, das einen Apfelbaum voller Früchte zeigte.

1904 war Amiet mit Hodler wieder an der Sezession in Wien beteiligt. Damit begann seine expressionistische Phase. Er traf Carl Moll, Gustav Klimt, Kolo Moser und Gustav Mahler. 1904 adoptierte Amiet seine Nichte Greti Adam (1900-1979).

1905 zeigte das Zürcher Künstlerhaus 37 seiner Werke. Die Ausstellung war danach in der Galerie Richter in Dresden zu sehen. Sie war zwar ein kommerzieller Misserfolg, doch dadurch kam er in Kontakt mit den späteren Mitgliedern der expressionistischen Künstlervereinigung "Die Brücke". In München erhielt Amiets Gemälde "Richesse du soir" an der IX. Internationalen Kunstausstellung eine Goldmedaille verliehen. Das Werk "La Lessive" wurde von einer Schweizer Jury abgelehnt. Amiet hatte Probleme mit Ferdinand Hodler, der ein Jurymitglied war, und begann sich langsam, von ihm und seinen Theorien zu distanzieren. Richard Kisling aus Zürich begann erste Werke von Amiet anzukaufen. Ebenfalls im Jahr 1905 adoptierten die Amiets ein zweites Mädchen, Lydia Friedli (1896-1976).

1906, im September, trat Cuno Amiet auf Einladung jener Mitglieder, die in ihm «einen der unsern» erkannten, der expressionistischen Künstlervereinigung «Die Brücke» bei. Gegründet wurde diese wichtige Vereinigung von: Fritz Bleyl, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff in Dresden.
Einige junge Maler in Deutschland fanden die Botschaft in Amiets Werken ihrem eigenen Schaffen verwandt. Mit schönen Worten der Anerkennung forderte Erich Heckel im September des Jahres 1906 ihn auf, sich der kurz vorher gegründeten Künstlergruppe anzuschliessen: «Mit Bewunderung und Begeisterung haben wir Ihre Werke gesehen, und wir erlauben uns, Sie zu fragen ob Sie unsere Gruppe «Brücke» beitreten wollen. Einstimmig haben wir in Ihnen einen der «Unsern» erkannt und hoffen, dass Sie unsere Sache als Bestrebung nach gleichen künstlerischen Zielen unterstützen werden». Es ist sehr bezeichnend für Amiets einzigartige Stellung, dass er Mitglied sowohl von Gauguins Kreis in Pont-Aven als auch der «Brücke», dem ersten Gruppen- Zusammenschluss des deutschen Expressionismus war.

1907 stellte "Die Brücke" in der Galerie Richter in Dresden aus. Amiet war mit seinem Holzschnitt "Giovanni Giacometti, lesend" vertreten.
"Die Brücke" stellte im Kunstmuseum Solothurn aus. Josef Müller und seine Schwester Gertrud beginnen, die Werke von Amiet zu sammeln. Im Herbst reiste Amiet nochmals nach Paris, um zusammen mit Giovanni Giacometti und Franz Baur die Cézanne-Ausstellung anzuschauen. Richard Kisling lieh Amiet ein Jahr lang Van Goghs "Deux Fillettes" aus, die der Künstler zusammen mit Giacometti kopierte, um es so besser zu verstehen.

1908 fand im Zürcher Künstlerhaus eine Van Gogh-Ausstellung statt, die es Amiet erlaubte, sich noch stärker mit dem Werk dieses Meisters auseinanderzusetzen (siehe das Foto von "Im Garten, um 1910", Katalog Nr. 85, das Van Goghs Einfluss auf Amiets Malerei, seine Technik und Motive, verdeutlicht). 1908 liess sich Amiet vom Berner Architekten Otto Ingold in der Oschwand ein Haus im Jugendstil erbauen. Gertrud Müller beteiligte sich finanziell daran. Das Haus wurde in der Zeitschrift Schweizerische Bauzeitung vorgestellt. Amiet widmete dem Bau mehrere Ölgemälde und Pastelle. Er erhielt ein Telefon - mit der Anschlussnummer 16. Im Sommer besuchte Amiet Giovanni Giacometti in Maloja, der danach zu ihm in die Oschwand kam.
Amiet stellte seine Gemälde am Pariser Salon des Indépendants und danach in Zürich, Aarau und Winterthur aus. Schüler aus der Schweiz und dem Ausland kamen zum Studium nach Oschwand. Vor allem ab 1913 bis um 1938/39 wurde Amiets Domizil zu einem Pilgerort für Künstler und Kunstliebhaber.

1909 nahm Amiet an den Internationalen Kunstausstellungen in Wien und München teil und sandte Werke an "Die Brücke". Mit dem Ehepaar Miller reiste er nach Florenz. Er traf Professor Eberhard Grisebach, den Direktor des Jenaer Kunstvereins. Zusammen mit Giacometti stellte Amiet bei Thannhauser in München aus.

1910 waren Amiets Werke in der Sezession in Berlin, als Mitglied von "Die Brücke" in Leipzig, am Nemszeti Szalon in Budapest und an der 10. Nationalen Kunstausstellung in Zürich zu sehen.
"Die Brücke" stellte Werke von Amiet auch in der Galerie Arnold in Dresden aus.
Das neue Kunsthaus in Zürich gab ihm den Auftrag, die Werke "Die Wahrheit" und, später (1910-17), "Jungbrunnen" für das Gebäude zu realisieren. Amiet nahm auch an der Inaugurationsausstellung des Kunsthauses Zürich teil.

1911 reiste Amiet mit Giovanni Giacometti und Gertrud Müller nach Rom, wo er an der Internationalen Kunstausstellung teilnahm. Er befreundete sich mit dem Kunsthistoriker Professor Wilhelm Worringer und dem Germanisten Professor Samuel Singer. Amiet reiste nach München, wo er Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Paul Klee (den er bereits kannte), Louis Moilliet, August Macke sowie Heinrich Campendonck begegnete. In Köln nahm er an der Ausstellung "Kunst unserer Zeit" teil. Professor Eberhard Grisebach aus Jena besuchte ihn in Oschwand.

1912 kaufte sich Amiet den an sein Haus angrenzenden Bauernhof in Oschwand, den er zu seinem Atelier umbaute. Er trat der Schweizer Gruppe "Moderner Bund" bei. Amiet stellte in der Eröffnungsausstellung der Galerie Hans Goltz in München aus, an der grossen Kunstausstellung in Dresden, an der Internationalen Kunstausstellung in Amsterdam sowie sieben Werke als Schweizer Repräsentant an der Ausstellung "Sonderbund" in Köln aus, wo er die Maler Kirchner, Heckel sowie Edvard Munch traf. Amiet hatte eine Einzelausstellung bei Thannhauser in München, er stellte mit August Macke im Kunstverein in Jena, mit "Die Brücke" in der Galerie Gurlitt in Berlin, in der Galerie Commeter in Hamburg und in der Galerie Bangel in Frankfurt a. M. aus. Die Galerie Arnold in Dresden präsentierte eine Werkgruppe Amiets.

1913 löste sich "Die Brücke" wegen Meinungsverschiedenheiten auf.
Amiet stellte mit Giovanni Giacometti zusammen in der Galerie Hans Goltz in München aus und nahm an der Internationalen Kunstausstellung in München teil, wo er für "Die Ernte" eine Goldmedaille erhielt. Die Galerie des Jenaer Kunstvereins erwarb sein Werk "Nu d'une fille debout avec fleurs". Die Präsidentin des Kunstvereins Halle, Frau Weise, liess ihre blonden Kinder von Giacometti, ihre braunhaarigen von Amiet portraitieren. Amiet nahm an privaten Kunstausstellungen des Frankfurter Kunstvereins teil. Das Kunsthaus Zürich präsentierte 33 seiner Werke aus der Sammlung von Richard Kisling.
Ab 1913 schuf Amiet auch Skulpturen. Bis 1927 entstanden insgesamt 22 Werke.

1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Im Herbst nahm Amiet den jungen Ernst Morgenthaler als Schüler auf. Das Kunsthaus Zürich zeigte die eingangs erwähnte umfassende monographische Schau mit 201 Werken von Amiet. Zusammen mit Giacometti stellte er in der Galerie Goltz in München aus. Klee sowie Alexej von Jawlensky, der seit Kriegsbeginn am Genfersee wohnte, besuchten erstmals Amiet in Oschwand.

1915 kamen Jawlensky und Marianne von Werefkin zu Amiet nach Oschwand. Zusammen mit Jawlensky stellte Amiet im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich aus. Der spätere Schweizer Literatur-Nobelpreisträger Carl Spitteler besuchte Amiet in Oschwand.

1917 vereinte eine Kollektivausstellung im Kunsthaus Zürich Werke von Amiet, Giacometti, Hermann Haller und F. Trillhaasse. Im Mai vollendete Amiet seinen Beitrag zur Dekoration des Kunsthauses Zürich, den "Jungbrunnen".
Auf Wunsch von Jawlensky reiste Amiet nach Berlin, um von dort ein Werk Van Goghs, das dem Russen gehörte, in die Schweiz zu bringen. Der Sammler Richard Kisling starb in diesem Jahr.

1918 endete der Erste Weltkrieg und Amiet feierte seinen 50. Geburtstag. Seine Frau offerierte ihm einen Block aus Sandstein, der ihn zur Realisierung von Skulpturen anregen sollte. Er fertigte daraus eine Büste Anna Amiets.
Ferdinand Hodler starb in Genf.

1919 verlieh die Universität Bern Amiet einen Doktortitel honoris causa. Die Kunsthalle Bern ehrte ihn mit einer Einzelausstellung, die ein Publikumserfolg wurde. In Neuenburg stellte er 90 Werke aus.

1920 begann Amiets Beziehung zum Berner Sammler Fritz Trüssel.
Der Kunstsalon Wolfsberg in Zürich organisierte eine Einzelausstellung. Die Amiets nahmen den Sohn des Schriftstellers Hermann Hesse, Bruno, als Schüler und Pensionär auf.

1921 wurde die Sammlung von Oscar Miller, die viele Werke Amiets enthielt, in der Kunsthalle Bern gezeigt. In Basel fand eine Einzelausstellung statt.

1922 hielt sich Amiet in Leipzig auf, wo er mit vier Gemälden an der Ausstellung des Kunstvereins teilnahm. Das Kunsthaus Zürich zeigte erneut eine Einzelausstellung und in Wiesbaden waren drei seiner Werke in einer thematischen Ausstellung zu sehen.

1923 wurde Amiet einer der ersten Autobesitzer in seiner Region. Er reiste für die Internationale Kunstausstellung nach Rom.

1924 besuchte ihn Lovis Corinth in Oschwand.

1925 sandte Amiet Werke an die Royal Academy of Arts in London und nahm an der grossen Ausstellung Schweizer Kunst in Karlsruhe teil.

1925/26 erhielt er mehrere Aufträge für Wandgemälde.

1928, anlässlich seines 60. Geburtstages, ehrte ihn das Kunstmuseum Bern u.a. mit Werken von 13 seiner Schüler. Amiet nahm auch an der Internationalen Kunstausstellung in Dresden teil.

1929 wurde seine Werke in Ulm gezeigt, und er realisierte fünf Fresken für die Villa Stämpfli in Bern.

1930 begann Amiets Kontakt mit dem Berner Sammler Eugen Loeb. Mit drei Werken nahm er an der Carnegie International Exhibition of Paintings in Pittsburgh teil.

1931 wurden alle 51 in München ausgestellten Werke Amiets im Brand des Glaspalastes zerstört. Der Bundesrat bekundete ihm daraufhin kollektiv sein Beileid. Amiet malte mehrere Wochen lang in Hilterfingen am Thunersee. Für die Kirche in Seeberg realisierte er die zwei Fresken "Die Kreuzigung" und "Die Wiederauferstehung".

Von 1932 bis 1939 hielt sich Amiet mehrmals für längere Zeit in Paris auf, wo er bis 1947 ein eigenes Atelier besass. 1932 stellte er in der Pariser Galerie Georges Petit auf. Die von Max Kaganovitch organisierte Ausstellung markierte einen neuen Aufschwung in seinem Schaffen und zeigte den französischen Einfluss auf seine Kunst. Zwei Amiet gewidmete Monographien erschienen 1932.

1933 starb Giovanni Giacometti. Amiet stellte mit Hans Berger im Kunstverein Glarus aus.

1934 zeigte die Pariser Galerie Le Portique seine Werke.
Amiet hielt sich in Venedig auf, wo er an der Biennale teilnahm.

1935 besuchte ihn Paul Klee zum zweiten Mal in Oschwand. Amiet wurde Mitglied der Kunstkommission des Kunstmuseums Bern, der er ebenfalls bis 1948 angehörte.

1937 wurden Amiets Werke, die sich in deutschen Sammlungen befanden, der "Entarteten Kunst" zugerechnet, beschlagnahmt und ins Ausland verkauft. Im selben Jahr befreundete sich Amiet mit der französischen Bildhauerin Germaine Richier.

Zu seinem 70. Geburtstag 1938 stellte Amiet in Bern, Solothurn, Zürich und Basel aus und erhielt die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde von Seeberg.

1939 stellte er an der Nationalen Kunstausstellung in Zürich sowie, mit drei Werken, an der 10th Biennial Watercolor-Exhibition im New Yorker Brooklyn Museum aus.
Mit dem Zweiten Weltkrieg wurde es für Amiet schwierig, im Ausland auszustellen.

1943 begab sich Amiet nach Zermatt. Zu seinem 75. Geburtstag wurde er mit Ausstellungen im Kunstmuseum und in der Kunsthalle Bern geehrt.

1944 wurde er Ehrenmitglied des Kunstvereins Solothurn.
  
1947 realisierte er das Wandbild "Die Mobilisation" im Konferenzsaal der Kantonalen Militärdirektion Bern.
Zu seinem 80. Geburtstag 1948 wurde seine Werke in Ausstellungen in Bern, Solothurn, Zürich und Genf gezeigt. Amiet wurde Ehrenbürger von Herzogenbuchsee.

1950 waren seine WerkeTeil einer Stockholmer Ausstellung, die sich der Schweizer Kunst widmete.

1951 reiste er mit anderen Malern nach Chartwell zu Sir Winston Churchill, wo er in Begleitung der Fabrikanten Willy Sax die Technik der Wasserfarbenmalerei mit den Tempera-Farben der Firma Sax vorstellte.

1952 hielt sich Amiet zusammen mit Sax in Nizza bei Winston Churchill auf.

1953 starb Anna Amiet. Die Adoptivtochter Lydia Thalmann, ihrerseits Witwe, kehrte nach Oschwand zurück, um sich während der nächsten Jahre um ihren Vater zu kümmern. Cuno Amiet erlebt eine neue kreative Phase mit seinem Spätwerk, das sich durch Strenge und einen pointillistischen Stil auszeichnete. Mit Peter Thalmann reiste er nach Südfrankreich und nach Florenz. In Baden-Baden war er Teil der Ausstellung "Schweizer Kunst der Gegenwart".

1954 hatte Amiet Einzelausstellungen in Wien und in der New Yorker Galerie Saint-Etienne. Er repräsentierte die Schweiz an der Biennale in Venedig.

1956 waren seine Werke Teil der Ausstellung Moderner Schweizer Kunst im Museo de Arte Moderna in Madrid
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1957 erkrankte Amiet. Seine Holschnitte und Drucke wurden im Rahmen einer "Der Brücke" gewidmeten Ausstellung in Schleswig-Holstein gezeigt. Amiet nahm an der Ausstellung "Die Expressionisten" in der Wiener Albertina teil.

1958 malte er die gelbe Version von "Das Paradies" (Kat. 22). Das Museum Folkwang in Essen zeigte in seiner Ausstellung "Die Brücke 1905-1913" sechs seiner Bilder.
Amiets 90. Geburtstag wurde mit einer Ausstellung im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich und einer umfassenden Retrospektive in der Kunsthalle Bern gefeiert.

1959 zeigte Amiet drei Gemälde in der Schaffhausener Ausstellung "Triumph der Farbe: die europäischen Fauves". In der Londoner Tate Gallery war er Teil der Schau "From Hodler to Klee (Swiss Art)".

1960 war Amiets Werk Teil der Ausstellung "L'Art en Suisse 1910-1920", die im Musée Rath in Genf gezeigt wurde. Am Ende jenen Jahres wurde Amiet erneut krank. Diesmal erholte er sich nicht mehr.

Cuno Amiet starb am 6. Juli 1961 in Oschwand. Er hatte das biblische Alter von 93 Jahren erreicht. Otto Charles Bänninger schuf sein Grabmahl.

Zusammen mit Ferdinand Hodler,Giovanni und Augusto Giacometti gilt Cuno Amiet als einer der wichtigsten Wegbereiter der Schweizer Moderne.